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Effiziente Berechnung des Potentials eines Tesseroids sowie seiner ersten und zweiten Ableitungen

K. Seitz, F. Wild, B. Heck

 

Geodätisches Institut, Universität Karlsruhe (TH), Englerstr. 7, D-76128 Karlsruhe,  seitz  nochancefor.robots@test.test.local  gik.uni-karlsruhe.de

Topographische Reduktionen in der Physikalischen Geodäsie

Theorie von Stokes


Zielsetzung: Bestimmung des Geoids

 

Randwertproblem (RWP) nach Stokes:

Randfläche = (Co-) Geoid

Topographische (+ isostatische) Reduktionen

 

 

Theorie von Molodensky


Zielsetzung: Bestimmung der Erdoberfläche S und des Schwerepotentials W im Außenraum

 

Randwertproblem nach Molodensky:

• Prinzipiell sind keine topographischen Reduktionen erforderlich

• Werden zur Glättung eingesetzt

→ RTM (Residual Terrain Modelling)

→ RRT (Remove-Restore Technique)

Approximation der (residualen) Topographie durch homogenes vertikales Prisma

• Koordinatensystem ist das Kantensystem des Quaders

• Transformation des Effekts des vertikalen Prismas auf δg und M in das topozentrische Horizontsystem des Berechnungspunktes P

• Abstand zwischen dem Berechnungspunkt P und dem variablen Integrationspunkt Q:

 





Einfluss auf das Potential in P



Einfluss auf die Schwere in P



Einfluss auf die zweite radiale Ableitung in P



Für das vertikale Prisma mit konstanter Dichte existieren analytische Lösungen bezüglich des Potentials, seiner ersten Ableitungen und der Elemente des Marussi-Tensors

• Hoher numerischer Aufwand

• Rechenzeitintensive Auswertung der Funktionen atan und ln

Approximation der (residualen) Topographie durch Tesseroid

• Begrenzt durch geographische Gitterlinien und Flächen konstanter Höhe

• Unterteilung der Oberfläche des Referenzellipsoids bezüglich der geographischen Gitterlinien

• Sphärische Approximation des Tesseroids

• Abstand zwischen dem Berechnungspunkt P und dem variablen Integrationspunkt Q:





Einfluss auf das Potential in P



Einfluss auf die Schwere in P



Einfluss auf die zweite radiale Ableitung in P



Es existieren keine elementaren Lösungen: Elliptische Integrale !

• Approximative Lösung durch Taylorreihenentwicklung des Integranden

• Taylorpunkt = geometrischer Mittelpunkt des Tesseroids

• Reihenentwicklung erster Ordnung → entspricht der Approximation durch eine Punktmasse

• Terme zweiter Ordnung entfallen auf Grund der Symmetrie, falls der Taylorpunkt im Mittelpunkt des Tesseroids gewählt wird

• In unserer Theorie dritter Ordnung verbleiben vier Koeffizienten

→ Einfache Handhabung, starke Reduzierung der erforderlichen Rechenzeit

Approximationsfehler des Potentials, seiner ersten und zweiten radialen Ableitung

Dimension des Tesseroids: 5’ x 5’ x 2 km

Berechnungspunkt P(r,φ,λ) am Pol

r = R + h;       h(V) = h(g*z) = 2 km;       h(Mrr) = 260 km

 



Vergleich der Rechenzeit Tesseroid versus Punktmasse versus Prisma



• Potential und seine ersten und zweiten Ableitungen

• Berechnet mit dem globalen DGM JGP95E (5’ x 5’)

 

→ Die Rechenzeit reduziert sich um das zehnfache, wenn Tesseroide an Stelle von Prismen verwendet werden