K. Seitz (1), H. Bähr (1), F. Wild (1), B. Heck (1) und K. Roth (2)
(1) Geodätisches Institut
Englerstraße 7
D-76128 Karlsruhe
(2) Landesamt für KVK, Saarland
Definition der Bougueranomalie
Der gravimetrisch bestimmte Schwerewert g(P) fasst integral die Schwerewirkung aller Massenelemente im Aufpunkt P zusammen. Insbesondere tragen die umliegenden Massen, aber auch lokale Dichtekontraste zu seiner Variabilität im hochfrequenten Bereich bei. Wird der gemessene Schwerewert g(P) durch die Freiluftreduktion δgF und Anbringen der topographischen Reduktion δgtop = δgB + δgG auf das Geoid fortgesetzt und mit dem Normalschwerewert γ0 am Ellipsoid verglichen, so resultiert die verfeinerte Bougueranomalie
ΔgB = g(P) + δgB + δgG + δdF - γ0.
Ihre Interpretation im Rahmen der Prospektion ermöglicht die Lokalisierung der Lagerstätten von Rohstoffen (Kohle, Salzstöcke, Erzlager, etc), welche durch ihren Dichtekontrast in den Bougueranomalien hervortreten. Darüber hinaus bilden Schwereanomalien zusammen mit digitalen Geländemodellen (DGM) die wesentliche Datengrundlage zur Berechnung regionaler sowie globaler Geoid- und Quasigeoidlösungen.
Verwendete Daten
Digitale Geländemodelle (DGM)
| Saarland | Datum: DHDN, DHHN | 12.5 m x 12.5 m |
| SRTM3 | Datum: WGS84 | 3” x 3” |
| SRTM30 | Datum: WGS84 | 30” x 30” |
| JGP95E | Datum: WGS84 | 5’ x 5’ |
→ Interpolation eines DGMs für die Kernzone (49° ≤ φ ≤49° 45’; 6° 10’≤ λ ≤7° 40’)
mit 0.4” x 0.6” Rasterweite im Datum WGS84
Punktschwerewerte (4606)
| Saarland (820) |
| Rheinland-Pfalz (249) |
| Luxemburg (25) |
| Bureau Gravimétrique International BGI (2582) |
| Deutsches Schwerearchiv (930) |
Bouguerreduktion
Freiluftanomalie δgF
Geländereduktion δgG
Diskretisierung
Zur Berechnung des Schwereeinflusses der residualen Topographie bezüglich des Aufpunktniveaus wird das Gelände ausgehend von DGMs durch geeignete Massenkörper approximiert:
- Tesseroide
- Quader (Prismen)
- Punktmassen
- Massenlinien
- Flächendichten
Reduktion des Geländeeinflusses δgG auf die Schwere
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