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Dr.-Ing. Roland Stengele, TU Karlsruhe, TU Zürich, 1987
1. Wo arbeiten Sie und was ist dort Ihre Aufgabe?
Ich arbeite seit über 10 Jahren bei der Swissphoto AG in der Nähe von Zürich. Unsere Firma bietet Dienstleistungen in den Bereichen Ingenieur- und Katastervermessung, Bildflug, Photogrammetrie, Laserscanning, Mapping, Geo-Informatik und GIS an. Zu Beginn war ich Projekt- und Abteilungsleiter und seit 6 Jahren bin ich Mitglied der Geschäftsleitung. Seit 2 Jahren bin ich als Stellvertretender Geschäftsführer und Teilhaber in der Funktion des Chief Operating Officers (COO) für das operative Geschäft verantwortlich.
2. Was macht Ihnen an Ihrem Job besonders Spaß?
Eindeutig die Vielfalt an Aufgaben und Verantwortungen, die ich zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für unsere Kunden wahrnehmen darf. Neben der Projektarbeit sind folgende Aktivitäten meine Hauptaufgaben: Auftragsbeschaffung, Aufbau und die Pflege eines internationalen Beziehungsnetzes, Führen und Coachen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Technologie-Entwicklung durch gezielte Innovation sowie gezielte Maßnahmen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Markt und damit die nachhaltige Existenzsicherung unserer Unternehmen.
3. Wie sind Sie zu Ihrem Job gekommen und was hat Ihnen dabei besonders geholfen?
Im Zuge der Trennung von der Swissair wurde die Firma reorganisiert. Dies geschah ungefähr ein Jahr vor Abschluss meiner Promotion an der ETH Zürich. Ich habe einfach meine Unterlagen zusammengestellt, und angefragt, ob in einem persönlichen Gespräch, Optionen für eine künftige Kooperation ausgelotet werden können. Da ich auf Grund meiner Tätigkeit an der ETH einen gewissen Bekanntheitsgrad hatte, wurde ich natürlich eingeladen und wir haben schnell ein gegenseitiges Interesse bekundet. Ich habe dann mit großem Elan die Promotion abgeschlossen und bin 8 Monate später von der ETH Zürich direkt zur damaligen Swissair Photo +Vermessungen gewechselt.
4. Hat Sie Ihr Studium gut vorbereitet, was ist besonders wichtig für Studenten?
Zwischen Studium und meiner jetzigen Stelle lagen noch 3 weitere Anstellungen: 1 Jahr Forschungsarbeit an der TU Braunschweig, 2 Jahre bei DE-Consult in Karlsruhe und 5 Jahre als Assistent an der ETH Zürich. Insofern habe ich nach dem Studium diverse Erfahrungen gemacht, die meinen Werdegang geprägt haben. Das Studium ist eine solide Grundausbildung, gibt einen sehr guten Überblick über ein Fachgebiet und gestattet auch gezielte Vertiefungen. Ein Studium ist aber definitiv keine Berufsausbildung. Die Kompetenzen, die ich für meine jetzige Aufgabe benötige, haben ich mehrheitlich außerhalb meines Studiums erworben. Führen von Fachspezialisten ist aber sicherlich einfacher, wenn man eine solide Grundausbildung absolviert hat. Und das ist ein Hochschulstudium allemal.
5. Was hat Ihnen besonders gut am Studium in Karlsruhe gefallen?
In Karlsruhe hat mir vor allem das familiäre Umfeld an der Hochschule gefallen. Man fand mit einer Frage oder einem Problem jederzeit ein offenes Ohr (bzw. eine offene Tür) und Professoren sowie akademische Mitarbeiter sind trotz hoher Qualifikation und Renommee im persönlichen Umgang ganz „normal“ geblieben. Das habe ich in angenehmer Erinnerung.


