![]() | ![]() | |
Dr.-Ing. Hayo Hase
Leiter des Geodätischen Observatoriums TIGO in Concepción, Chile
1. Wo arbeiten Sie und was ist dort Ihre Aufgabe?
Ich arbeite für das deutsche Bundesamt für Kartographie und Geodäsie und bin nach Concepción, Chile, umgesetzt, um dort das Geodätische Observatorium TIGO zu leiten.
2. Was macht Ihnen an Ihrem Job besonders Spaß?
Lokales Agieren für eine globale Aufgabe: die Erdvermessung.
3. Wie sind Sie zu Ihrem Job gekommen und was hat Ihnen dabei besonders geholfen?
Bevor ich meinen Job zunächst mit der Entwicklung und Erprobung des Geodätischen Observatoriums TIGO erhielt, hatte ich in meinem ersten Projekt nach meinem Studium die German Antarctic Receiving Station (GARS) O'Higgins für geodätische Very Long Baseline Interferometry (VLBI) Messungen in Betrieb genommen. VLBI-Messungen sind vereinfacht gesagt die Bestimmungen von interkontinentalen Distanzen im mm-Bereich.
4. Hat Sie Ihr Studium gut vorbereitet, was ist besonders wichtig für Studenten?
Mein breit angelegtes Studium hat mich gut auf einen vielschichtigen Arbeitsmarkt vorbereitet. Nach dem Studium habe ich mich weiter spezialisieren müssen, um die mir übertragenen Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können. Dabei waren zusätzliche Kenntnisse aus der Elektrotechnik, dem Maschinenbau, der Physik und Informatik nötig, die nicht im Geodäsiestudium enthalten waren. Neben dem reinen technischen Wissen und Sprachkenntnissen sind bei besonderen Einsätzen wie in der Antarktis auch Persönlichkeitsmerkmale wichtig, die nicht in Zensuren gemessen werden.
Besonders wichtig für Studenten sind deren Eigeninitiative und die Erkenntnis, dass das Lernen nach dem Studium weitergeht.
5. Was hat Ihnen besonders gut am Studium in Bonn gefallen?
Das Geodäsiestudium in Bonn hatte in den 80-er Jahren fünf eigene Institute im Studiengang. Von allen Geodäsiestudienorten ermöglichte das damals die größte Auswahl einer Vertiefung im Hauptstudium. Ich selbst hatte die Möglichkeit, in der vom Land NRW geförderte Spitzenforschungsgruppe VLBI mitzuwirken.
Gut gefallen hat mir auch die für mich als Norddeutscher ungewohnte rheinische Karnevalsmentalität in Bonn.
Anmerkung:
Das Geodätische Institut Karlsruhe unterhält gute Kontakte zu Dr. Hase und unterstützt Forschungsaufenthalte an der Station TIGO



