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Rückblick auf AGL2008

Auditorium

Auditorium

Mit 20 interessierten Teilnehmern, die sowohl aus den öffentlichen Vermessungsstellen als auch aus freien Ingenieurbüros stammten, wurde das diesjährige Ausgleichungsseminar 2008 durch Prof. Günter Schmitt eröffnet. Knapp zwei Jahre liegt das letzte Fortbildungsseminar, welches die Ausgleichungsrechnung thematisierte, zurück. Seinerzeit wurden jedoch vorrangig die theoretischen Grundlagen vermittelt, sodass die damaligen Interessenten angeregt hatten, ein solches Seminar mit mehr praktischen Beispielen zu durchsetzen. Das Geodätische Institut der Universität Karlsruhe ist diesem Wunsch mit dem Ausgleichungsseminar 2008 gerne gefolgt.

 

M. Vetter

M. Vetter

A. Canzler

A. Canzler

Nach einer kurzen Eröffnungsrede durch Prof. Günter Schmitt, der noch einmal die weit zurückreichende fachliche Kompetenz, welche das Institut bei der geodätischen Netzplanung, -analyse und -ausgleichung besitzt, vor Augen führte, folgten zwei Vorträge von Martin Vetter (Geodätisches Institut Karlsruhe) und Armin Canzler (COS Systemhaus OHG). In diesen beiden Präsentationen wurde versucht, bestehende Vorbehalte zu entkräften und letztlich Vorurteile gegenüber der Ausgleichungsrechnung abzubauen. Die Teilnehmer sollten erkennen, daß die Ausgleichungsrechnung kein Zahlenzauber ist, der allein Fachspezialisten vorbehalten bleibt, sondern Dank modernster Softwareentwicklungen und Rechentechnik für alle vermessungstechnischen Fachkräfte zugänglich ist. Es wurde an einem einfachen Projekt beispielhaft vorgeführt, wie durch interaktives Arbeiten direkt in der Graphik der Ausgleichungsprozess benutzerfreundlich und auf dem Stand der Technik durchgeführt wird. Es wurde klar herausgestellt, daß das zeitaufwendige Durcharbeiten von Ergebnislisten und Protokollen längst keine zeitgemäße Vorgehensweise mehr darstellen muß, um sicher zu plausiblen Ergebnissen der Auswertung zu gelangen.

 

Workshopteilnehmer bei der Arbeit am PC

Workshopteilnehmer bei der Arbeit am PC

In den sich anschließenden Workshops wurde in Dreiergruppen auf individuelle Wünsche der jeweiligen Seminarbesucher eingegangen und an verschiedensten Beispielen die Vorgehensweise Schritt für Schritt demonstriert. Von der Ausgleichung von Lagenetzen, Überwachungsmessung mit dreidimensionalen Daten, Integration von GPS-Messungen in ein terrestrisches Netz, bis hin zur interaktiven Netzplanung direkt am Bildschirm reichte das Repertoire an wählbaren Beispielen, die allesamt aus realen Projekten abgeleitet waren. Die Teilnehmer waren dazu angehalten, Vorgehensweisen zu hinterfragen und letztlich die Ergebnisse mitzudiskutieren, was gerade bei der Planung von Messaufgaben mitunter in lebhaften Diskussionen endete. Als Werkzeug stand das aus der Kooperation zwischen dem Geodätischen Institut und COS Systemhaus OHG entstandene Programm zur Netzausgleichung und -planung "NetzCG" zur Verfügung, welches es ermöglichte, schnell und unkompliziert direkt auf die beispielbezogenen Fragen zu reagieren.

 

Das knapp 8 Stunden dauernde Fortbildungsseminar endete nach dem Resümee von Michael Illner und einer abschließenden Diskussion gegen 17:00 Uhr, wobei von den Teilnehmern durchweg eine positive Resonanz zu vernehmen war.